Handlungsmöglichkeiten für demokratische Grundwerte

Geht es um den Einsatz und den Erhalt von demokratischen Grundwerten wie Freiheit und die Würde eines jeden Menschen, ist jede und jeder von uns gefragt. Leider finden sich rassistisches und rechtsextremes Gedankengut und Äußerungen auch in unserem Landkreis, die eben diese Grundwerte gefährden.

Die folgenden Definition und Handlungsmöglichkeiten sollen zum Handeln anregen und ermutigen.


Was ist Rassimus?

Rassismus ist eine Form von Diskriminierung, die auf vermeintlicher Hautfarbe und/oder Religion beruht und Menschen damit bestimmte Eigenschaften und Herkunft zuschreibt. Dabei wird von einer Wertigkeit von Menschen ausgegangen, die mit den Regeln der Natur begründet wird. Die Vorstellung, dass es verschiedene Menschenrassen gebe, ist falsch und die grausamen Folgen dieser Einstellung finden sich im Kolonialismus und im Nationalsozialismus.

Rassismus ist auch ein Überbegriff für Diskriminierungen gegenüber Juden und Jüdinnen, Roma* und Sinti* sowie Muslime und Musliminnen. Rassismus diskriminiert, verletzt und schließt Menschen aus. Auch durch die Annahme, dass es Menschengruppen gibt, die mehr wert sind als andere, ist Rassismus nicht mit den Grundwerten einer Demokratie vereinbar.

Oftmals ist Rassismus für Menschen, die nicht davon betroffen sind, nicht leicht zu erkennen. Nichtsdestotrotz kann und sollte jeder und jede von uns gegen rassistische Äußerungen und Handlungen eine klare Gegenposition beziehen und für ein tolerantes Zusammenleben eintreten.

Was ist Rechtsextremismus?

Rechtsextremismus beschreibt eine radikale politische Einstellung, die sich gegen demokratische Grundwerte ausspricht. Die Ideologie des Rechtsextremismus verherrlicht das NS-Regimie, ist fremdenfeindlich, rassistisch und spricht sich für einen totalitären Nationalismus aus, in dem Menschen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft entsprechen, als minderwertig bewertet werden.

Menschen mit rechtsextremistischer Einstellung verklären oftmals die Geschichte und drehen sie in ihrem Sinne um. Z.B. ist die Leugnung der Shoa eine klare rechtsextreme Meinung. Dabei werden Fakten außer Acht gelassen und Verschwörungstheorien als Wahrheiten getarnt.

Rechtsextremistische Gesinnungen sind nicht mit den Grundwerten einer Demokratie vereinbar und aus diesem Grund ist es wichtig, sich klar gegen rechtsextremes Gedankengut zu positionieren.

Jeder und jede von uns kann etwas gegen Rassismus und Rechtsextremismus tun und damit für demokratische Grundwerte eintreten. Grundsätzlich gilt dabei: Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr und regen Sie Nebenstehende an, Sie zu unterstützen. Wenden Sie sich ggf. an die Polizei.

Einige Ideen für Handlungsmöglichkeiten:

 

Im Netz und Sozialen Medien

  • Keine rassistischen und/oder rechtsextremen Meinungen und Kommentare teilen und weiterverbreiten
  • Verfasser*in des Kommentars melden
  • Den entsprechenden Kommentar/die Meinung als klar rassistisch und/oder rechtsextrem benennen und keine Diskussion in der Kommentarfunktion anregen

Am Stammtisch

  • Nicht über rassistische und/oder rechtsextreme Witze (mit-)lachen
  • Rassistische und/oder rechtsextreme Äußerungen als solche benennen und davon distanzieren
  • Durch Fragen wie „Woher weißt du das?“, „Trifft das auf alle zu?“ Menschen zur Reflektion anregen

Im Verein und beim Sport

  • Bei rassistischen und/oder rechtsextremen Beleidigungen Vorstand darüber informieren
  • Mit den Opfern von Rassismus und/oder Rechtsextremismus solidarisieren
  • Präventive Projekte durchführen (für Ideen und Unterstützung bitte an das Netzwerk wenden)

Im Bus, Zug, auf der Straße

  • Wenn eine Person direkt rassistisch beleidigt wird, verwickeln sie die betroffene Person in ein belangloses Gespräch (z.B. über das Wetter), um dem*der Täter*in die Angriffsfläche zu entziehen
  • Mitreisenden und/oder Vorbeigehende darauf hinweisen, dass Verhalten und/oder Äußerung rassistisch und/oder rechtsextrem ist
  • Klare Haltung gegen Rassismus und/oder Rechtsextremismus einnehmen

Noch mehr Unterstützung

In Fällen von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus oder Salafismus und bietet das bereatungsNetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus Beratung und präventive Hilfe an.

Weitere konkrete Ideen, insbesondere für Kommunen, für Handlungsmöglichkeiten und Tipps zum Einordnen von demokratiefeindlichem Gedankengut finden sich in der Broschüre „Freiheit und Demoraktie“ stärken des hessischen Ministeriums des Innern und Sport.

Onlineberatung des Vereins Gegen Vergessen e.V. bei Unterstützungsbedarf gegen rechtsextreme Vorkommnisse.

Die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz „Klick safe“ hat eine Broschüre mit Ratschlägen für Eltern herausgebracht, wie sie ihre Kinder vor Rechtsextremismus im Netz schützen können

Die Bundeszentrale für Politische Bildung gibt Handlungsideen gegen rechte Parolen in Sozialen Netzwerken und hat noch weitere „Rezept“ideen.

Außerdem wird hier beschrieben, was auf verschiedenen Ebenen (Politik, Justiz usw.) gegen Rechtsextremismus getan werden kann

Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, können sich an die Fachstelle Rote Linie Hessen wenden und Beratung anfordern.

Das Hessische Informations- und Kompetenzentrum Rechtsextremismus vernetzt und koordiniert diverse Akteure gegen Rechtsextremismus und listet verschiedene Projekte.