Weiterbildung der AG „Region gegen Rassismus“ Mitglieder

Am 04.11. fand ein Workshop für die AG Mitglieder statt

Am 4. November 2020 haben wir für die Mitglieder der AG Region gegen Rassismus einen Online-Workshop zum Thema Rassismus angeboten. Der Workshop-Leiter war Christoph Pinkert, Trainer und Dozent für Friedensbildung und Konfliktbearbeitung aus Hannover.


Ganz im Gegensatz zu einer Online-Veranstaltung, in welcher der Referent seinen Vortrag hält und die Teilnehmer*innen nur als Zuhörer*innen an der Videokonferenz teilnehmen, waren wir wirklich gefordert. Von Beginn an wurden wir aktiv in den Workshop einbezogen.
Immer wieder sollten wir uns selbst verorten und selbst reflektieren. Dadurch verstanden wir Christophs Ausführungen über Ursachen, Geschichte, Ausprägungen und Folgen von Rassismus und rassistischer Diskriminierung viel besser. Er zeigte uns, wie aus einem (manchmal) harmlosen Vorurteil Diskriminierung und diese dann zu Rassismus werden kann, der, in den schlimmsten Fällen, im Genozid endet.
Bei vielen Teilnehmer*innen stieß die Rolle des Kolonialismus für den heutigen Rassismus auf großes Interesse. Dass diese so groß ist, war vielen nicht bewusst und sie möchten sich gern weiter mit dem Thema beschäftigen.
Generell freuen wir uns, wenn es eine Fortsetzung dieses Workshops gibt und hoffen, dass viele Teilnehmer*innen dabei sind. Wir danken Christoph herzlich!

Bericht eines Teilnehmers am Workshop

Ein jeder von uns würde im ersten Moment denken, man würde wissen was Rassismus ist. Doch wenn die Frage nach der Definition kommt, fällt einem schmunzelnd auf, dass dieses Thema wohl doch etwas tiefer geht.

Um uns nicht selbst eine Definition an den Haaren herbeiziehen zu müssen, haben wir den Dozenten und Supervisor Christoph Pinkert darum gebeten, uns dahin gehend zu helfen. Dies machte er mit einer effektiven Herangehensweise an das Thema und mit einer grandiosen Gestaltung des Workshops.

Zunächst haben wir geklärt, wie überhaupt Ausgrenzungsprozesse starten
Um dies zusammenzufassen: Es beginnt mit Vorurteilen gegenüber einer Person, welche man dann auf eine Personengruppe überträgt. Wenn diese Vorurteile dann das Handeln des Trägers beeinträchtigt, nennt man dies Diskriminierung. Rassismus bezeichnet vor allem Diskriminierung gegenüber vermeintliche Herkunft, Hautfarbe und Religion. Doch je nach Definition, werden noch andere Bereiche mit einbezogen. Aus Rassismus kann, wie viele entsetzliche Beispiele zeigen, ein Genozid entstehen.

Anschließend haben wir uns angeschaut, wie Rassismus funktioniert. Dabei laufen Prozesse ab wie, Othering, Unterschiede betonen/ Menschen ungleichen Wert zuschreiben, Würde wird nicht allen zugeschrieben, Definitionsmacht, Verallgemeinerung/ Vereinfachung und unveränderliche Charakteristiken, eben wie Herkunft, Hautfarbe und Religion.

Um das gelernte anzuwenden haben wir reflektiert und uns gefragt, wo haben wir rassistisch gehandelt oder gedacht?
Dabei ist uns aufgefallen, das wir dazu neigen Menschen positive Eigenschaften anzurechnen. Doch auch dies ist eine Form von Rassismus und stellt automatisch Anforderungen an diese Person.

Das nächste AG Treffen findet am 08.12. um 17:00 Uhr online statt. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

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